Mittwoch, 5. November 2014

I have a dream: Spiele, die ich mir wünsche - Fallout 4


Als passionierter Videospieler sind die Grenzen und Vorlieben des eigenen, persönlichen und subjektiven Geschmacks relativ schnell abgesteckt. Genre X gefällt einem besser als Genre Y, mit Spieleart Z kann man überhaupt nichts anfangen und die Titel von Entwickler V verleihen einem ein wohliges Gefühl in der Magengegend. Es gibt bestimmte Settings, in denen man sich am liebsten herum treibt oder auch ein gewisses Gameplay von dem man nicht genug bekommen kann. Diese Aufzählung von individuellen Empfindungen könnte man endlos weiterführen. Doch gibt es eine Sorte von Spielen, wegen der wir insgeheim immer wieder unsere präferierte Konsole anschmeißen und bis zum Exzess ausreizen. Es sind diese Titel, bei denen wir trotz all den Jahren des zockens einen Luftsprung machen wenn wir ihre eingeschweißte Packung endlich in den Händen halten dürfen und die es wie kaum sonstige Videospiele schaffen, uns in ihre Welt zu ziehen. Seien es Prequels beliebter Reihen, Spiele die lang erwartet wurden oder sogar welche, die wir uns im tiefsten Inneren schon immer gewünscht haben. Im Zuge dieser Reihe werde ich einmal meine ganz persönlichen Wunschkandidaten aufzählen, deren Erscheinen meine betenden Hände zu gerechtfertigten Siegesfäusten formen würden.




Einsam durch die Einöde

Seit vier Jahren sehnen sich Freunde des virtuellen, radioaktiv verstrahlten Wastelands nach dem mittlerweile vierten Teil der Reihe. Fallout 3 hat mich seinerzeit komplett gepackt. Und dabei bin ich in den Genuss dieser fantastischen Spielwelt erst gekommen, als es bereits die GOTY-Edition mitsamt allen Erweiterungen im Handel gab. Gewappnet mit dieser Komplettpackung stürzte dann auch ich mich ins Abenteuer und reihte Spielstunde an Spielstunde, nur um immer wieder mit einem entgeistertem Blick auf die Uhr festzustellen, wie viel Zeit mal wieder vergangen war. Für den dritten Teil übertrug Bethesda das aus Elder Scrolls bekannte Spielgefühl in die postnukleare, zerstörte Welt, in der die wenigen Überlebenden entweder als räuberisches Pack durch die Lande ziehen oder in notdürftig hergerichteten Kleinstätten hausen.


Wer wie ich ein Faible für die Endzeit hat und den Gedanken, in einer beinahe leeren Welt plündernd und erforschend durch zerstörte Städte zu ziehen auch auf eine merkwürdige Art romantisch findet, der hatte beim Durchlaufen der Welt von Fallout 3 wahrscheinlich ebenfalls dieses gewisse Schmunzeln auf den Lippen. Wandert man, begleitet von der kultigen 50er-Jahre Musik des Galaxy News Radios durch das Ödland und entdeckt dabei nach und nach die riesige und vielfältige Umgebung, dann ist das etwas ganz besonderes.

Das Erkunden der Welt ist einzigartig, genauso wie das Gefühl, tatsächlich als einsamer Ranger durch die Lande zu streifen. Denn auch die Survivalelemente sind fantastisch: Die auch nach dem Krieg vorhandene Radioaktivität muss stets beachtet und im besten Fall gemieden werden, das Haushalten mit Heilmitteln und Munition ist wichtig wie sonst kaum und selbst das verarzten jedes einzelnen Körperbereiches ist ein muss, wenn man nicht vor die Hunde gehen will.



Einprägsam und Einzigartig

Ebenfalls wurde bei den Kämpfen ein perfekter Mittelweg zwischen Echtzeit und Taktik gefunden. Das V.A.T.S., welches das pausieren und das anvisieren verschiedener Körperteile von Gegnern erlaubte, funktionierte super und machte zumindest mir viel Spaß. Die kreative Vielfalt, die Bethesda aus der Idee einer postapokalyptischen Gesellschaft geschöpft hatte, war einfach genial. Es wird eine authentische, mutierte und brutale Welt gezeichnet, in der ein kleiner, irrationaler Teil von mir beinahe schon gerne leben würde. Über so viele der gedankenreichen Orte in Fallout 3 könnte man Blätter vollschreiben.

Seien es die ikonischen, bunkerartigen Vaults, das Sklavenlager Paradise Falls oder das zur Stadt mit dem Namen Rivet City umfunktionierte, riesige Schiff. Man bekommt ein Gefühl für die wunderbar zusammenhängende Welt, in der häufig von Orten und Gegenden erzählt wird, die man oft erst viele Spielstunden später aufsucht. Sieht man diese dann nach langer Zeit, in der man unbekannte Stellen der Karte aufsucht, langsam am Horizont größer werden, freut man sich schon wie ein Schnitzel darauf, die Mysterien und Geschichten des Ortes auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen.



Vorfreude auf die Zukunft

Ich muss wohl kaum sagen, dass ich mit Fallout 3 einen unfassbaren Spaß hatte. Auch wenn ich zugeben muss, dass es den ein oder andern Makel gab. Die Story hatte durchaus ihre Längen, die Dungeons waren oft aus dem Baukasten und die Farbpalette, die offenbar lediglich von hellgrau bis dunkelgrau ging, war oft sehr fade. Trotzdem hat Fallout 3 ein einzigartiges Spielgefühl in mir hervor gerufen, sodass der Titel von Bethesda immer einen Platz in meinem Herzen haben wird. Und genau deswegen, wird es solangsam auch Zeit dafür, dass ein würdiger Nachfolger angekündigt wird! Die Vorstellung eines Fallout 4 in Next-Gen Grafik mit einer riesiger Welt, die zum Erkunden einlädt, lässt mir schon in der bloßen Vorstellung das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Das im Geheimen schon entwickelt oder zumindest Gebrainstormt wird, munkelt man ja schon eine ganze Weile. Nachdem sich die Teaserwebside aus dem letzten Jahr als Fake herausgestellt hat, gibt es bezüglich der diesjährigen Gameaward-Veranstaltung VGX erneut Gerüchte, dass eine Ankündigung im Bereich des möglichen sei. Und seien wir mal ehrlich: DASS Fallout 4 eines Tages erscheinen wird, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Aber ich falte schon einmal die Hände und hoffe, dass es bis zu diesem Tag nicht mehr allzu lange hin ist.

P.S.: Ich hoffe, ihr verzeiht mir, dass ich nicht auf New Vegas eingegangen bin, allerdings hätte ich zum Spin Off von Obsidian nicht die gleichen Erfahrungen teilen können.

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