Freitag, 4. April 2014

Dark Souls 2: Aus dem Tagebuch eines Leidenden #2




Ohne groß drumherum zu reden: Tagebuch, Dark Souls 2, die Zweite.

Zweiter Eintrag

Nach meinen anfänglichen Schwierigkeiten finde ich endlich den ersten richtigen Boss, der sich als großer Steingolem herausstellt. Trotz beeindruckender Einführung dieses Ungetüms entpuppt sich der „Letzte Riese“ als relativ unspektakulär, geht es erst einmal ums Eingemachte. Trotzdem stelle ich mich erstaunlich dumm an und sterbe ein ums andere Mal, während meine eigene Reaktion auf diese inkompetente Leistung irgendwo zwischen Facepalmen und Fassungslosigkeit liegt. Irgendwann schaff ich es dann aber doch den Riesen in die Knie zu zwingen und spüre das alte Dark Souls- Gefühl in mir hochkochen (zu erkennen an einem spontanen „FUCK YEAH“-Ausruf, in besonderen Fällen auch mit angehängtem Freudentanz). 

Und das war der Moment in dem irgendetwas in meinem Kopf klick gemacht hat. Die Steuerung war plötzlich wieder im Unterbewusstsein und ich fing erneut an in der Dark Souls-Logik zu denken. Ich flog förmlich durch die Areale, so kam es mir zumindest vor, und auch wenn mir beim Durchschreiten  der folgenden Boss-Nebelwände immer noch die Pumpe ging, musste ich feststellen, dass man viele von ihnen durch simples Umkreisen erledigen konnte. Ich meine, ich hab mehrere der Viecher beim ersten Versuch besiegt! Da ist doch irgendwas faul, oder? Ist das wirklich noch ein Verdienst meiner langsam steigenden Lernkurve? Oder war ich gerade einer leichten Casualisierung in Dark Souls 2 auf die Schliche gekommen? 



Hab ich gesagt, „ich flog förmlich durch die Gebiete“? Nun ja, eine Stelle gab es da doch, die an meinen Nerven jagte. Ein Boss. Nein. Drei.
Ruinenwächter werden sie genannt, und wollten sich partout nicht von mir besiegen lassen, sodass ich diese Stelle erst einmal ruhen ließ und mir die restlichen Gebiete vornahm, die ich noch so zu bereisen hatte. Doch als ich alle mir ersichtlichen Wege abgearbeitet hatte,  sah ich mich gezwungen die drei Nervensägen erledigen zu müssen. Unzählige Male hatte ich im Vorhinein versucht diesen Bosskampf abzuschließen, doch als ich gestärkt durch die Erfahrungen in den anderen Gebieten erneut auf Alessia, Ricce und Yahim traf, schaffte ich sie sogar in einem ersten, glücklichen Durchgang. 

Zeitsprung in die Gegenwart. Denn ab hier bin ich wirklich relativ problemlos vorangekommen, und auch die wirklichen, großen Bosse, sind stets nach dem maximal dritten Versuch zu Seelenstaub zerfallen. Mittlerweile bin ich leicht über Level 100 (hat man so schnell in Dark Souls 1 gelevelt?!) und erforsche gerade die dunklen Wege des Drangelic Schlosses. Etwas mehr als 40 Stunden sind bereits auf dem Tacho, und ein Ende ist noch nicht in Sicht, auch wenn mir die Präsentation des riesigen Schlosses ein leichtes Gefühl von Finalität gab. Das Dark Souls- Prinzip geht ein weiteres Mal perfekt auf. Ohne Pause hing ich Spielstunde an Spielstunde, bis der Blick auf die Uhr mir ein ums andere Mal ein staunen entlockte. 



Ich weiß, viele Gebiete habe ich jetzt nicht in epischer Breite erwähnt, sei es die feurige Eisenfestung, die düstere Niemandswerft, oder der an ,Anor Londo anhauchende, Flamenturm von Heide. Aber der Drang, neue Areale zu erkunden, die Welt Dark Souls‘ und ihre Geheimnisse weiter zu erforschen war oft größer als die Lust einen Schnitt zu setzen und alle paar Stunden in detaillierter Form die Erfahrungen der letzen Zock-Session auszuarbeiten. Und ist das nicht das beste Qualitätsmerkmal, dass man einem Spiel attestieren kann? Dass die Lust nicht nachlässt, sondern vielmehr mit jeder weiteren Stunde steigt? Wie oft hat man das schon? 

Einen letzten, finalen Teil des Tagebuchs werde ich nach Spielabschluss noch machen, das Gesamterlebnis „Dark Souls 2“ noch einmal Revue passieren lassen, und eine abschließende Bewertung abgeben. Bis dahin, wünscht mir Glück im ,vielleicht, letzen Abschnitt! Ich schau solange mal nach, was sich hier hinter dieser Tür im Keller des Drangelic Schlosses befindet… AHHH SCHON WIEDER EIN RUINENWÄCHTER!!!  

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